
Nachts im Brandeinsatz auf der A2
3 Sattelzüge in Vollbrand
Es ist nicht mehr der größte Einsatz, den ich gefahren bin, aber definitiv einer, der in Erinnerung bleibt. Der Alarm ging um 02:50 Uhr los. Es war mitten in der Nacht, als wir zu einem Verkehrsunfall auf die A2 alarmiert wurden. Ich wurde aus dem Tiefschlaf gerissen und sprang aus dem Bett. Sofort machte ich mich auf den Weg zum Feuerwehrhaus.
Dort zogen wir uns um und besetzten die Einsatzfahrzeuge. „Pamela Angriffstruppmann!“ Alles klar.
Die Berufsfeuerwehr war schon vor Ort und konnte relativ schnell Entwarnung geben. Es stellte sich heraus, dass durch uns kein Einsatz mehr nötig war. Wir warteten darauf, dass unser Gruppenführer zurückkommt, um uns zu sagen, dass wir einrücken dürfen. Die Stimmung wurde lockerer und wir unterhielten uns darüber, bei welchen Einsätzen wir uns sicherer
fühlen: Technische Hilfeleistung oder Brandeinsätze. Ich war mir nicht ganz sicher, sagte aber schließlich: „Ich glaube, Brandeinsätze.“
In diesem Moment kam über Funk die Nachricht, dass ein LKW ins Stauende gefahren war. Das Tanklöschfahrzeug, das noch im Bereitstellungsraum stand, sollte mit unserem ZugTrKw zur Erkundung fahren.
Schnell wurde ein Brand bestätigt und wir fuhren los. Meine Truppführerin und ich rüsteten uns mit Atemschutz aus.
„Die Augen der Kameraden wurden groß, als sie in Fahrtrichtung die Einsatzstelle sahen.“
Da wir rückwärts fuhren konnten wir nur die Gesichter der Kameraden sehen. Erst vor Ort verstand ich die Blicke: Drei Sattelzüge standen in Vollbrand.

Wir übernahmen schnell das erste Rohr, mit dem die Besatzung des Tanklöschfahrzeugs ohne Atemschutz bereits die ersten Löschversuche aus der Distanz unternommen hatte. Als wir näher heran gingen, stand um uns herum alles in Flammen.
„Es explodierten Lkw-Reifen und der Rauch über uns färbte sich tiefschwarz.“
Ein lautes „Angriffstrupp, Rückzug!“ sorgte dafür, dass wir uns von der Einsatzstelle entfernten. Wie im Film ging der tiefschwarze Rauch hinter uns in Flammen auf. Wir warteten bis sich die Lage beruhigte und kehrten wieder zu unserer Schlauchleitung zurück.

Während wir versuchten den Brand zu löschen, kam ein weiterer Atemschutztrupp in schwarzer Bekleidung aus dem Landkreis Peine. Sie sollten die rechte Seite des LKW löschen. Uns wurde schnell bewusst, wie dicht der Rauch war, als wir den Trupp nicht mehr erkennen konnten, weil er wie vom Rauch verschluckt war. Wir leerten zwei Pressluftflaschen, bis wir von einem anderen Trupp abgelöst wurden.
„Langsam ging die Sonne wieder auf und die Lage beruhigte sich.“
Auf der Gegenfahrbahn pendelten sämtliche Tanklöschfahrzeuge der Stadt, um uns Löschwasser zu bringen.
Ich glaube, es war 08:00 Uhr morgens, als ich endlich meinen Chef anrief, um ihm zu sagen, dass ich heute nicht zur Arbeit kommen kann, da eine Ruhezeit nach einem solchen Einsatz mehr als notwendig war.

