
Mein erster Einsatz
Frohe Weihnachten!
Es war der 24. Dezember 2023 gegen 11 Uhr vormittags. Ich saß ganz entspannt am Frühstückstisch und hätte nicht damit gerechnet, was in der folgenden Stunde auf mich zu kam. Auf einmal ging der Melder.
Ich bin ganz schön aufgeregt aufgesprungen und habe bei DIVERA (unserer Alarm App)geguckt, was denn los ist.
„Verkehrsunfall mit verletzter Person auf der A2 Richtung Berlin.“ Ich dachte: „Meine Chance!“ Also lief ich schnell Richtung Tür und sprang in meine Hose und Stiefel. Währenddessen klickte ich noch schnell auf dem Handy auf „verzögert Einsatzbereit“, damit am Feuerwehrhaus auf mich gewartet wird. Folgend sprang ich ins Auto und fuhr Richtung Bienrode. Aus Waggum brauche ich ca. 5min bis zum Feuerwehrhaus in Bienrode.
Am Feuerwehrhaus angekommen, stand noch der ZugTrKw in der Einfahrt, aber das Tor ging gerade runter. Nils stieg nochmal aus und schloss mir schnell wieder auf, damit ich meine Einsatzkleidung holen konnte. Ich eilte ins Auto und schon ging es los. Wir waren schnell an der Einsatzstelle und stiegen auf der Autobahn aus. Für mich völlig unvorstellbar, dass ich nun auf einer normalerweise stark befahrenen Autobahn stand. Die Autos aber standen alle und die Blicke galten nur einem Auto. Dem verunfallten Camaro, welcher als Totalschaden auf der linken Spur stand.
Noch nie habe ich so ein zerstörtes Auto gesehen. Die Front war komplett eingedrückt und es fehlten zwei Reifen sowie weitere große Fahrzeugteile.
Wir bekamen unsere erste Aufgabe. Die ganzen Schrottteile, welche über ca. 70m entgegengesetzt der Fahrtrichtung verteilt lagen, mussten eingesammelt oder an die Seite geschafft werden. Also ging ich mit anderen Kameraden die Strecke ab und wir räumten die Teile alle an die Seite, so dass die Fahrbahn wieder frei war. Am Ende der 70m lag noch ein Autoreifen der irgendwie wieder zum Unfallauto kommen musste. Diesen trug ich also zusammen mit Thorsten wieder nach vorne. Am Unfallfahrzeug angekommen rief Jan mich zu sich. Aus unerklärlichen Gründen hat sich das Auto von alleine zugeschlossen und der Schlüssel lag blöderweise im Wagen.
Der Fahrer, dem es zum Glück, anders als das Einsatzstichwort vermuten ließ, gut ging, wollte noch an seine Weihnachtsgeschenke. Es gab also keine andere Möglichkeit, außer mit dem Federkörner die Scheibe einzuschlagen.
Unter Anweisung von Jan und Stephan durfte ich dann also bei einem Chevrolet Camaro an Heiligabend die Fensterscheibe „einschlagen“.
Dieser Einsatz war mein erster richtiger Autobahneinsatz und ich denke, dass dieser mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Vielleicht kann man auch sagen, dass es ein bisschen wie ein kleines Weihnachtsgeschenk für mich war, da glücklicherweise die beteiligten Personen mit einem Schrecken davon gekommen sind.

