
Wenn der Pieper ruft…
Lkw-Unfall auf der A2
Ich hatte mich gerade mit meinem Vater auf einen Banktermin vorbereitet, als die Handyalarmierung und der Feuerwehrpieper ausgelöst haben. Zu lesen war das Stichwort „H VU3 Y Person eingeklemmt in LKW auf der A2“. Wir haben uns natürlich sofort auf den Weg zum Feuerwehrhaus gemacht und uns umgezogen. Ich wurde als Wassertruppmann auf dem HLF eingeteilt.
Auf der Anfahrt hörten wir über Funk, dass eine Person im LKW eingeklemmt sei, der Rüstzug der Berufsfeuerwehr in der wohl sehr schlechten Rettungsgasse feststecke und der Rettungshubschrauber Christoph 30 bereits unterwegs sei.
An der Unfallstelle angekommen, sah die Situation ernst aus: Der Fahrer schien verletzt und in seinem LKW eingeklemmt zu sein. Der LKW war auf einen Schwertransporter aufgefahren und wurde dabei stark beschädigt. Noch bevor wir uns viele Gedanken machen konnten, bekamen wir von meinem Vater, der als Gruppenführer eingesetzt war, den Befehl, den Ablageplatz für eine schwere technische Rettung aufzubauen.

Noch bevor dies erledigt war, bekam ich den Auftrag, den Angriffstrupp zu unterstützen. Dieser hatte bereits mit dem Spreizer begonnen, die Tür der LKW-Kabine zu öffnen, um eine erste Zugangsöffnung zum Fahrer zu schaffen. Aufgrund der verzogenen und sehr hoch liegenden Tür war das gar nicht so einfach. Als wir die Tür geöffnet hatten, brauchten wir Platz, um den Fahrer aus seinem LKW zu retten. Daher brachte ich den Spreizer zurück auf den Ablageplatz.

Als ich zurück am LKW war, staunte ich darüber, dass der Fahrer gerade dabei war, eigenständig aus dem LKW zu klettern.
Zu unserer Überraschung war er weder eingeklemmt noch verletzt. Trotzdem wurde er vorsorglich vom Rettungsdienst versorgt und in ein Braunschweiger Klinikum gefahren. Somit war die anfangs augenscheinlich schwierige Lage schnell abgearbeitet. Im Verlauf sicherten wir den LKW noch ab und stellten den Brandschutz weiterhin sicher. Zum Abschluss konnten wir dem Rettungshubschrauber noch beim Starten zuschauen und unseren Einsatz beenden.
Meinen Banktermin konnte ich mit einiger Verspätung dank des verständnisvollen Mitarbeiters trotzdem noch wahrnehmen.

