Dachstuhlbrand im Scharenkamp

Gegen kurz nach 2 Uhr am Morgen des Februar 2003 wurde ich durch den Alarm von der Sirene und dem Funkmeldeempfänger geweckt. Alarme in der Nacht waren für mich nichts Ungewöhnliches, doch als über Funk der Einsatzort erfragt und ein Brandeinsatz im Ort genannt wurde, war es eine Überraschung und ein seltsames Gefühl.

Zu dritt rückten wir mit dem damaligen TLF 8/18 als Erste schnell aus. Schon auf der kurzen Anfahrt hörten wir über Funk die Meldung der Leitstelle an den ebenfalls anrückenden Löschzug der Berufsfeuerwehr:

„Rückmeldung der Polizei, das Feuer kommt jetzt durch das Dach!“ – da war allen schlagartig klar: Es ist kein Fehlalarm und es dauert länger!

Da die Straße vor Ort sehr schmal und witterungsbedingt eisglatt war, blieben wir mit allen drei Fahrzeugen auf der Altmarkstraße stehen. Der Gruppenführer lief den Weg vor, um zu erkunden, während sich zwei Trupps mit Atemschutz ausrüsteten. Als Maschinist gab ich die Schläuche und Gerätschaften an die Kameraden aus und bediente die Fahrzeugpumpe, so dass in Teamarbeit vor dem Eintreffen der weiteren Kräfte die Wasserversorgung einsatzbereit war und die Atemschutztrupps zur Brandbekämpfung und Menschenrettung vorgehen konnten.

Bei der weiteren Erkundung stellte sich heraus, dass es im Dachbereich des Hauses brannte, aber alle im Haus anwesenden Personen das Gebäude bereits vor unserer Ankunft verlassen hatten.

Durch installierte Rauchmelder wurden sie frühzeitig gewarnt und konnten sich retten.

Da der Zugang zum Dachgeschoss für die Einsatzkräfte nicht sofort erkennbar war, breitete sich das Feuer auf den gesamten Dachstuhl aus. Über die Drehleiter wurde von außen gelöscht, im Innenbereich waren drei Trupps mit je einem Strahlrohr im Einsatz. Zusätzlich stand das Löschfahrzeug der Flughafenfeuerwehr auf dem Hof der Gärtnerei und arbeitete von dort aus mit dem Wasserwerfer.

Ich selbst wurde im späteren Verlauf als Maschinist abgelöst und ging im Morgengrauen mit einem Kameraden unter Atemschutz zu Nachlöscharbeiten auf das Dach. Für mich war dies der größte Einsatz im Ort, seit ich acht Jahre zuvor von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung gewechselt war. Erwähnenswert ist hier auch, dass weitere Anwohner während des Einsatzes in der Nacht vor Ort erschienen sind, um die Einsatzkräfte mit Getränken und Speisen zu verpflegen – auch nach Jahren: Danke!